Auf den Spuren der Höhler


Am 29.03.2006 waren die Lehrer unserer Schule beim "Verein zur Erhaltung der Geraer Höhler e.V." zu einer Veranstaltung angemeldet, um Interessantes über das Geraer Höhlersystem in Erfahrung zu bringen. Teilnehmer erhielten das Zertifikat eines "Höhlerkundigen". Unter dem Altstadtkern von Gera befindet sich ein Labyrinth unterirdischer Gänge, das fünf bis acht, vereinzelt bis zu zehn Metern unter der Erde liegt.

Diese Tiefkeller nennt man in Gera "Höhler". Ihre Entstehung ist eng mit der Entwicklung des Brauwesens verbunden. Sie dienten zur Bierlagerung. Der geologische Untergrund der oberen Altstadt - mittlerer Zechstein - kam dem Höhlerbau entgegen, so dass der größte Teil der Höhler nicht einmal ausgemauert werden musste.

Von 1986 bis 1989 wurden zehn Höhler unter den Häusern Nicolaiberg 2 bis Steinweg 20 durch Gänge und Mauerdurchbrüche miteinander verbunden und zu einer Sehenswürdigkeit Geras ausgebaut. Ein weiterer Rundgang beginnt an der Geraer Stadtapotheke. Dabei wird eine Strecke von 250 Metern über 161 Stufen treppab und treppauf zurückgelegt werden.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Bier Gere"? Wohl nicht ganz ohne Grund spottete der Volksmund früher über das alte "Sauf Gere". Über 560 Liter Bier wurden im 17.Jahrhundert in einem Jahr pro Kopf gebraut. Interessantes über die Ess-, Trink- und Lebensgewohnheiten im alten Gera ist beim Rundgang durch die Höhler zu erfahren.

Quelle:   Ostthüringer Zeitung (OTZ) vom 31.03.2006