Die Klasse 6a in Gera-Ernsee

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Zoe, Luisa, Tilman und ihre Klassenkameraden von der Staatlichen Regelschule 12 Gera waren die letzten Schüler, die das Jugendwaldheim vor seiner Sanierung besuchten - und sind die Ersten, die hier spielerisch das Ökosystem Wald entdecken. Nach elf Monaten Bauzeit ist die Einrichtung, die zum Thüringenforst gehört, gestern eingeweiht worden.

2,75 Millionen Euro hat die Anstalt des öffentlichen Rechts in Ernsee investiert: Dafür wurde der Westflügel des Hauses abgerissen und durch einen eingeschossigen, halbrunden Anbau ersetzt, der andere Teil des Plattenbaus wurde saniert. Dach, Fenster und Inneneinrichtung sind neu. Außen wie innen steckt viel Holz. "Von der Decke bis zum Fußboden", sagt Karsten Schröder. Er ist Leiter des Forstamts Weida, zu dem das Waldrevier Ernsee gehört. Der Standort für das Jugendwaldheim könnte nicht besser sein, fügt er an. Der Blick geht ins Grüne, nur wenige Schritte vom Haus entfernt beginnt der Wald. Es war ein ewiger Sanierungsstau. Wir mussten etwas tun.

Jürgen Reinholz , Umweltminister: Hier lernten und spielten im Jahresdurchschnitt 1000 Kinder. Mit dem Umbau erweitern sich die Kapazitäten von 51 auf 60 Plätze, so dass man jährlich mit bis zu 1500 kleinen Gästen rechnet. Umweltbildung in Ernsee, das heißt: Expeditionen und Basteleien, Tiere und Pflanzen erraten und sich auch schon mal als Waldarbeiter ausprobieren. Das Angebot kommt an, sagt Jugendwaldheimleiter Daniel Heinrich. Wir sind für 2014 ausgebucht und haben auch für 2015 nur noch wenige Resttermine.

Wer seinen Wunschtermin sichern möchte, bucht meist schon zwei Jahre im Voraus, freut sich Heinrich über die große Resonanz. Der Faden zwischen den Schulen - zumeist in einem Umkreis von 80 Kilometern um Gera - und dem Jugendwaldheim ist auch während der Bauarbeiten nicht abgerissen. "Wir haben den Spieß umgedreht und die Schulen und Einrichtungen besucht", erklärt Heinrich. Zu seinem Team gehören außerdem Andreas Herre, Peter Hegenbart und Martin Striegnitz, der hier sein Freiwilliges Ökologisches Jahr verbringt.

Nach Aussagen von Volker Gebhardt, dem Vorsitzenden des Thüringenforsts, sind die Jugendwaldheime, von denen es in Thüringen zwei weitere im Kyffhäuser Kreis und im Weimarer Land gibt, wichtige Zentren der Umweltbildung in Thüringen. "Es ist erschreckend, wenn Kinder zwar Smartphones am Klingelton erkennen, aber keine drei Laubbaumarten unterscheiden können", sagte er. Deshalb investiere das Land auch Millionenbeträge in die Waldheime und die Waldpädagogik. Die Sanierung für die Einrichtung in Ernsee sei dabei die erste Großinvestition der noch jungen Forstanstalt.

An den alten Plattenbau erinnert nun tatsächlich nichts mehr. Das Gebäude wurde 1977 als Forstfachschule eröffnet und 1995 als Jugendwaldheim umgebaut. Doch dann wurde auch hier jahrelang nichts mehr getan, erinnerte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) an einen "ewigen Sanierungsstau". Er sei froh, dass sich der Thüringenforst für einen Um- und Neubau statt einer Teilsanierung entschlossen habe.

Über den enormen Qualitätssprung freut sich auch A. Schumann, Klassenlehrer von einer sechsten Klasse der Staatlichen Regelschule 12 aus Gera-Bieblach. Er und seine 23 Schüler sind begeistert, nicht nur vom Haus, sondern auch von den Angeboten und der Mühe, die sich die Mitarbeiter geben. A. Schumann: "Fest steht, wir kommen wieder".

Quelle:   Artikel der Ostthüringer Zeitung (OTZ) vom 12.03.2014