Uppo-Nalle bald an altem Platz zurück

Uppo-Nalle bald an altem Platz zurück

Die Schäden des finnischen Bärs, die durch Hochwasser und Randale entstanden, werden bei Silbitz Guss behoben. Vor dem Bundeskongress der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Ende Mai in Gera kehrt er in den Park zurück.

Oh, jetzt ist er weg", schaute die stellvertretende Schulleiterin Gabriele Gemeinhardt sichtlich erschrocken auf den leeren Platz im Foyer der 12. "Regelschule am Bieblacher Hang. Wenige Minuten zuvor hatten die stärksten Jungs aus der Klasse 9c die mehr als zwei Zentner schwere Bären-Plastik Uppo-Nalle zu einem Auto getragen und sie trat ihre Reise in die Silbitz Guss GmbH an.

Uppo-Nalle, der hölzerne finnische Liebling nicht nur vieler Kinder aus dem Hofwiesenpark, hatte in seinen sieben Jahren in Gera so manches zu erleiden. Randalierer und Diebe hatten der Figur, die die finnische Partnerstadt Kuopio für den Partnerschaftsgarten zur Bundesgartenschau 2007 Gera gestiftet hatte, zugesetzt. Zuletzt war es das Hochwasser im Vorjahr, das das Holz der Plastik schwer beschädigt hat. In der 12. Regelschule erhielt Uppo-Nalle danach ein Zwischendomizil. Nun soll er wieder hübsch gemacht werden für die Besucher im Hofwiesenpark.

"Vor der Bundeshauptversammlung der Deutsch-Finnischen Gesellschaft (DFG) Ende Mai/Anfang Juni in Gera soll Uppo-Nalle wieder an seinem angestammten Platz sitzen", sagt Heinrich-Dieter Hischer vom Bezirksverein Gera.

Bei Silbitz Guss wird der finnisch Bär allerdings nicht, wie zu vermuten wäre, in Stahl gegossen. "Unsere Modellbauer-Lehrlinge aus dem ersten Lehrjahr, Paul Rybka und Virginia"Schütz, werden die beschädigten Holzteile reparieren", erläutert der Ausbildungsverantwortliche im Werk, Ronny"Keppler. Denn die Modellbauer schaffen die hölzernen Matrizen für Gussteile aus Eisen und Stahl. "Wir arbeiten auch daran, dass Abgüsse gemacht werden können", verrät Hischer. Dann aber aus Kunststoff, dann könnte der Bär Geschwister bekommen, eines vielleicht auf Dauer für die 12. Regelschule. Das aber sei noch Zukunftsmusik.

Den Kontakt zum Gusswerk in Silbitz hatte die Schule hergestellt. "Zwischen unserer Schule und dem Wirtschaftsunternehmen gibt es eine enge Partnerschaft, die inzwischen mit einem Kooperationsvertrag besiegelt ist", erzählt Torsten Weiß. Der Schulleiter ist auch Mitglied in der Deutsch-Finnischen Gesellschaft - und so fügte sich eines zum anderen. Und die Schule hat noch mehr vor: Vivian und Julia aus der neunten Klasse beschäftigen sich mit einem der finnischen Märchenbücher über "Uppo-Nalle" in deutscher Übersetzung in ihrer Projektarbeit.

Die Autorin Elina Karjalainen hatte die Bärenfigur zum Helden ihrer Geschichten gemacht. Die Schülerinnen wollen das Buch präsentieren - in ihrer Schule und auch Kindergartenkindern. Das Buch hatte der DFG in Gera übersetzen lassen. Zum Bundeskongress will er es druckfrisch präsentieren und hofft dafür auf Förderung vom Land. "Wir wollen Kinder und Jugendliche künftig verstärkt in die Arbeit unserer Gesellschaft einbeziehen", sagt der DFG-Bezirksvorsitzende Klaus Franke.

Im Sommer werden finnische Kinder nach Gera kommen. Über einen Schüleraustausch wird nachgedacht. "Wir werden den Bundeskongress Ende Mai in Gera mit dazu nutzen, um das anzukurbeln", sagt Hischer. Die Städtepartnerschaft zwischen Gera und dem finnischen Kuopio gibt es zwar schon seit dem Jahr 1972.

Aber der Thüringer Bezirksverband mit nicht 100 Mitgliedern gehöre noch zu den kleinen innerhalb der Gesellschaft. Die hat bundesweit fast 10"000 Mitglieder und ist die drittgrößte Vereinigung in Deutschland, die intensive Beziehungen zu einem anderen Land pflegt.

Auch am Stadtfest und am Festumzug zum 777-jährigen Jubiläum der Stadt Gera will sich der Bezirksverband beteiligen, gemeinsam mit Gästen aus der Partnerstadt Kuopio. Und Uppo-Nalle wird irgendwie immer dabei sein - als Integrationsfigur für die Menschen in Gera und Finnland und auch für die Verbindungen in der Wirtschaft und zwischen den Schulen, sagt Franke.

Autor: OTZ-Gera