"Als hätten alle darauf gewartet"

Gera-Bieblach. Überrascht sei er gewesen, sagt Torsten Weiß. Dass es keinen Förderverein an der Staatlichen Regelschule 12 in Bieblach gibt, hätte er nicht vermutet, als er im Sommer die Schulleitung übernahm. Zunächst für ein Jahr auf Probe. Offiziell ist Torsten Weiß mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt. Mit engagierten Kollegen, Eltern und Schülern hat Weiß in den ersten Monaten Neues angestoßen. Dazu zählt auch die Gründung eines Fördervereins.

"Das war Auftrag des ersten Elternabends, als hätten alle darauf gewartet", spricht Torsten Weiß von einem großen Interesse. 21 Gründungsmitglieder fanden sich zusammen, zum Tag der offenen Tür im Dezember folgten weitere Eintritte. Der Förderverein soll die Arbeit an und für die Schule auf ein breiteres Fundament stellen und die Einrichtung nach außen öffnen. Auch im Wortsinn: Denn als erstes Projekt hat sich der Förderverein die Wiederherstellung des Außengeländes mit Bolzplatz, Volleyballplatz und Sprunggrube vorgenommen.

Offiziell wird auf dem Postsportplatz Sport getrieben, aber gerade in den fünften und sechsten Klassen sei der Bewegungsdrang groß. Auf dem eigenen Platz könnten sich dann die Kinder in den Pausen oder nach dem Unterricht austoben. Um die Anlagen instand zu setzen, wird der Förderverein sich um Geld bemühen. Zum einen können Mitgliedsbeiträge eingesetzt und zum anderen Spenden eingeworben werden. Einer Schule selbst ist das nicht möglich. Fördervereinsvorsitzende Anja Funke ist überzeugt, ein Vorhaben wie dieses stärkt auch den Gemeinschaftssinn.

Positiv überrascht ist die Vorsitzende auch davon, dass sich Schüler im Verein engagieren. So gehört Vivien R. aus der 9b zum erweiterten Vorstand, weitere Schülervertreter agieren im Hintergrund. Ideen zur Veränderung der Pausenzeiten, Einführung von Doppelstunden oder die Anschaffung von Schließfächern haben sie bereits eingebracht, erzählt Anja Funke. Sie berichtet weiterhin, dass der Förderverein in Zukunft sozial schwache Schüler unterstützen möchte, etwa durch Angebote am Nachmittag.

Schulleiter Weiß lehrte zuletzt an der Lobdeburg Schule Jena, die als eine der ersten Gemeinschaftsschulen in Thüringen gilt. Zuvor unterrichtete der Biologie- und Chemielehrer sieben Jahre lang Deutsch als Fremdsprache an Schulen in der slowakischen Republik.

Quelle:   Artikel der Ostthüringer Zeitung (OTZ) vom 08.01.2014