Inklusion wird teurer als erwartet

Die aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zeige eindeutig, dass inklusiver Unterricht Geld kostet – und zwar in einer Höhe, die erstmals greifbar geworden ist, so Beckmann. Die Bertelsmann-Studie, die der Bildungsökonom Prof. Dr. Klaus Klemm erstellt hat, liefert konkrete Zahlen: Wenn alle Bundesländer die entsprechende UN-Charta zur Gleichbehandlung von behinderten und nichtbehinderten Menschen umsetzten, kommen pro Jahr zusätzliche 660 Mio. Euro auf den Bund zu. Fast 10.000 Lehrer, so die Studie, müssten bundesweit zusätzlich eingestellt werden.

"Diese Zahl klingt zwar hoch, aber sie ist noch viel zu niedrig gegriffen", bemängelt Udo Beckmann. Allein für NRW hat der VBE einen Mehr-Bedarf von 10.000 neuen Lehrern berechnet. "Und das nur, wenn wir die Schüler mit den Förderschwerpunkten Sprache, Lernen und emotionale/soziale Störung aus den Förderschulen herausnehmen und sie an allgemeinbildenden Schulen unterrichten", führt Beckmann weiter aus.

Außerdem dürften nach Ansicht des VBE nur 24 Kinder in einer inklusiven Klasse sein, wobei ein behindertes Kind doppelt zählen muss. Zudem machen diese inklusiven Klassen eine Doppelbelegung durch einen allgemeinbildenden Lehrer plus einen Sonderpädagogen erforderlich, und das für mindestens drei Viertel des Unterrichts. "Das ist mit nur 10.000 zusätzlichen Lehrern bundesweit nicht zu stemmen – 20.000 wären da eher realistisch", so Beckmann.

Gut ist, dass die Studie der Bertelsmann-Stiftung der Öffentlichkeit und den Verantwortlichen eindringlich klar macht, dass Inklusion wichtig und richtig, aber kein Sparmodell ist, sondern zusätzliche Kosten verursacht, wenn es zu einem Gewinn für Kinder mit und ohne Behinderung werden soll. "Deswegen dürfen Schulträger und Politik den Eltern keine falschen Hoffnungen machen", sagt Beckmann. Der VBE ist für eine inklusive Schule, aber er wird darauf achten, dass sie nicht auf dem Rücken der Lehrer und Kinder ausgetragen wird.

Quelle:   Verband Bildung und Erziehung e. V.