Eine Reise um die Welt "Ozeanien und Asien"

Eine Reise um die Welt - Ozeanien und Asien Papua-Neuguinea, wer kennt es? Was ist das? Die Schüler der Klasse 8b können darüber Auskunft geben. Sie erlebten im November 2004 interessante Projektstunden, leider nur im Klassenzimmer. Mit Marcus Schäfer begrüßten sie einen besonderen Gast. Der junge Mann war als Entwicklungshelfer in Bangladesh und Papua-Neuguinea tätig und gestaltete deshalb mit den Schülern ein interkulturelles Projekt.

Über das EWNT (Eine-Welt-Netzwerk-Thüringen) und den DED (Deutschen Entwicklungsdienst) wurde das Projekt finanziert und so mussten sich unsere Schüler auch nur mit einem geringen Geldbetrag an den Kosten beteiligen. Organisiert wurde das gesamte Veranstaltung mit Hilfe der Pädagogischen Werkstatt "Globales Lernen" Gera e.V. und der Geographielehrerin Frau Credo. In drei Stunden weckte Marcus Schäfer das Interesse der Jugendlichen für die Kultur und Lebensweise der Menschen in Papua-Neuguinea. Marcus Schäfer hatte neben einer Powerpoint-Präsentation zahlreiche Anschauungsmaterialien im Gepäck und verstand es, mit seinen Erzählungen die jungen Menschen für die Region zu begeistern.

Im Pazifik gelegen, wird Papua-Neuguinea zum australischen Kontinent gerechnet, umfasst den Osten der Insel Neuguinea (der westliche Teil gehört zu Indonesien) sowie mehrere vorgelagerte Inseln. Die Landschaften sind äußerst vielfältig und abwechslungsreich. Man findet Bergkuppen und breite Täler, Gletscher, Regenwald und Vulkane. Zwischen Gebirge und Küstenland befinden sich Mangrovensümpfe, Savannen und fruchtbares Schwemmgebiet von Flüssen. Vor der Nordküste liegen ausgedehnte Korallenriffe.

Papua-Neuguinea ist ein Land mit extremer sprachlicher Vielfalt. Unter den rund 5,3 Millionen Einwohnern werden Schätzungen zufolge etwa 700 bis 800 Sprachen gesprochen. Hier mal ein kleiner Einblick: "WELKAM - MIPELA I GO PAPUA NIUGINI" - Kauderwelsch? Nein, sondern Tok Pisin, neben Englisch die offizielle Landessprache. Die größte Stadt ist Port Moresby mit 283.733 Einwohnern. Sie ist die Hauptstadt des Landes. Als Symbol dieser kleinen Nation gilt der Paradiesvogel. Die Zahl seiner Farben ist groß. Und groß ist auch die Vielfalt der Überraschungen, reist man ins "land of the unexpected".

Viel ist von der Frühgeschichte Neuguineas nicht bekannt. Die Besiedlung der Insel begann vor ca. 50.000 Jahren. Der Name der Insel kommt von den europäischen Entdeckern. Der Portugiese Jorge de Meneses, der als erster Europäer auf der Insel landete, soll die Insel nach einem malaiischen Wort für kraus "Papua" genannt haben - in Anlehnung an das krause Haar seiner Einwohner. Der Spanier Ynigo Ortiz de Retez nannte die Insel Neuguinea, weil ihn die Küste an das afrikanische Guinea erinnerte.

Mit den Entdeckern kamen auch die Kolonialherren und so nahmen zunächst die Holländer den Westteil Neuguineas in Besitz. Um den Ostteil stritten sich das Deutsche Reich und Großbritannien - schließlich einigte man sich: Der Südost-Teil wurde britisch, während der "Kaiser-Wilhelms-Land" getaufte Nordostteil Schutzgebiet der deutschen Neuguinea-Kompagnie wurde, bzw. ab 1899 reguläre deutsche Kolonie. Erst 1973/1975 wurde Papua-Neuguinea schließlich von Australien unabhängig.

Wirtschaftlich gesehen ist Papua-Neuguinea ein Entwicklungsland. Der primäre Sektor (Land- und Forstwirtschaft, Bergbau) ist bedeutend, wichtigste Ausfuhrgüter sind Gold, Erdöl, Kupfer und Kaffee. Seit 2002 wird der Einsatz von Muschelgeld als Komplementärwährung (die offizielle Währung heißt Kina) gefördert.