Mit "zwei Zungen" über Australien gesprochen


Vergangenen Freitag in der Staatlichen Regelschule 12: Geographieunterricht in der 9a und 9b. Erste Besonderheit: Das Lehrplanthema "Region Australien" wurde zuvor von beiden Realschulklassen gemeinsam konzentriert in Projektform bestritten, an zwei Tagen in jeweils sechs Unterrichtsstunden.

Jetzt ist für die 36 Mädchen und Jungen Präsentation dessen angesagt, was sie in zwölf Projektgruppen zu Themen wie Kultur, Natur, Tiere, Klima, den Aborigines als Ureinwohnern, zu Sport, Großstädten, Symbolen oder auch zu Tasmanien und Neuseeland erarbeitet haben. Schon das Auftreten vor einem größeren Kreis (auch wenn die Schüler aus der Parallelklasse keine Fremden sind) ist etwas aufregend. Doch dabei blieb es in diesem Projekt nicht.

Denn das war "bilingual" - zweisprachig. Was heißt: Kurzvorträge und Erläuterungen wurden nicht nur in Deutsch dargeboten. Sondern hauptsächlich in Englisch, das die Neunten inzwischen das fünfte Jahr erlernen. Und wo, wie in Geographie, Australien in diesem Schuljahr Lehrplanthema ist. "Das war richtig viel Arbeit", meint im Pausengespräch der Schüler Simon Päßler.

Er spielt dabei wohl auf die notwendige Internetrecherche, Literaturstudium, Erarbeiten von Lexik per CD bzw. Kassette und andere Vorarbeiten an. "Aber es war schön, dass wir uns ziemlich frei bewegen konnten", sieht Julia Genßler es positiv. Und alle zusammen sind sie recht angetan von der Idee ihrer beiden Fachlehrerinnen.

Englischlehrerin Astrid Aschenbrenner und Geographielehrerin Sylvia Credo erläutern, was hinter ihrem gemeinsamen Unterricht der etwas anderen Art steckt: ein an Schulen des Freistaates in der Erprobung befindliches Projekt "Bilinguale Module". Wobei es nicht um Fremdsprachenunterricht pur, sondern um Fachunterricht (in Frage kommen ebenso Biologie, Geschichte, Musik usw.) in Englisch geht. Das Erlernen der Fremdsprache passiert gewissermaßen als "Nebenprodukt" der Darbietung von Fachwissen.

Beide Lehrerinnen arbeiten, wo möglich, schon länger fächerübergreifend zusammen. Möchten das "Reden mit zwei Zungen" künftig gern verstärken und würden sich deshalb mehr solche Lehrplan-Parallelen wie beim Thema Australien wünschen. Schulleiter Jörg Panzer, der die Projektpräsentation für die Schulchronik im Bild festhält, sieht Zukunft in dem Vorhaben - er hält es für sehr sinnvoll, hat deswegen auch seine beiden Kolleginnen darin bestärkt - noch einen positiven Nebeneffekt: Es war auch eine gute Vorbereitung auf die Projektarbeit, für die es in Klasse 10 eine Fachnote gibt.

Quelle:   Artikel der Ostthüringer Zeitung (OTZ) vom 17.01.2006