Kultur und Essen in Frankreich

Kultur und Essen in Frankreich Die Einstimmung auf dieses Projekt ist ein Film, nicht irgendeiner, sondern ein französischer, ein bewegender, ein empfehlenswerter: "Die Kinder des Monsieur Matthieu". Die Geschichte ist eigentlich leicht und schnell erzählt. Man schreibt das Jahr 1949. Irgendwo in Frankreich existiert eines der vielen Kinderheime, die nach dem Krieg irgendwie gebraucht werden.

Der strenge Schulleiter, Monsieur Rachin, herrscht mit strenger Hand und eisernem Regime. "Aktion erfordert Reaktion." - Auf jede Verfehlung - auch sei sie nur vermeintlich - erfolgt sofort eine strenge Bestrafung, mal für den einzelnen Schüler, mal für alle. In dieser Atmosphäre gedeiht nichts Menschliches, deshalb sind Verfehlungen an der Tagesordnung, die Schüler versuchen ständig auszubrechen, die Erzieher bzw. Lehrer ihren Job zu behalten bzw. so lange zu machen bis sich etwas Besseres findet.

Nun, 1949, kommt ein neuer Erzieher in das Heim. Monsieur Mathieu ist ein Künstler, der aber gerade keine Kunst produzieren kann, weil auch er überleben muss und deshalb die Stelle im Heim annimmt, nicht ahnend, was ihm da bevorsteht. Und so sind die ersten Erlebnisse auch nicht die besten. Er erlebt, wie der Schul-, Heimleiter versteht und praktiziert und die Kinder jedes noch so kleine Loch nutzen um auszubrechen.

Die ersten Stunden verlaufen erschreckend und so muss Mathieu zunächst einige der Praktiken annehmen um zunächst Gehör zu finden. Aber bei jeder Gelegenheit versucht er, diese Praktiken aufzuweichen und Vertrauen zu erringen. Mal hier ein Zugeständnis, mal da ein gemeinsames Geheimnis mit einem der Kinder, mal da ein nicht gemeldetes Vorkommnis. Aber der Erfolg ist gering und die Suche nach etwas Anderem groß.

Aber Mathieu ist ja nicht umsonst Musiker und er weiß von der Kraft der Musik und so kommt er auf die Idee, einen Heimchor zu gründen. Leichter gesagt als getan, aber durchgehalten und so nach und nach finden auch die Kinder Gefallen an der Singerei und bald stellt sich der Erfolg ein - auch gegen die Interessen des Leiters, der seine Herrschaft gefährdet sieht und nur weil die Gönnerin des Heimes davon erfährt und einen Auftritt erlebt zunächst nicht gegen Mathieu vorgeht.

Besonders Pierre hat es Mathieu angetan, diese Stimme fasziniert ihn und auch die Mutter - doch dies ist ein anderes Kapitel. Pierre, der sich von seiner Mutter abgeschoben fühlt, ist schwer zu erringen und zu begeistern - aber es wird. Das Ende ist traurig aber mit Aussicht. Mathieu wird dann doch gefeuert. Seine Kinder darf er nicht mehr sehen, aber sie sehen ihn und schicken ihm Papiertauben auf den Weg und die Hände winken ihm zu und dann ist da noch ein kleiner Junge, der jeden Samstag auf seine Eltern wartet, die aber tot sind. Auch für ihn wird Mathieu zum neuen "Engel".

Nun an die praktische Arbeit. Wir wollen eine Zwiebelsuppe kochen - selbst gefertigt und nicht aus der bekannten Tüte - und eine "Mousse au chocolat". Aber wie geht das eigentlich, wenn man nicht weiß, wie was in der Küche getan wird oder nicht einmal weiß, was eine Kasserolle ist, wie man Eischnee unter die Schokolade hebt oder wie Schokolade außerhalb des Mundes zum Schmelzen gebracht wird?

Gut, das wurde schnell geklärt - theoretisch - und nun ging es an die praktische Fertigung. Einteilung der Gruppen, kochen - Frau Kecke glücklich, sie brauchte kaum einzugreifen - essen. Wie ein Wunder, die Zwiebelsuppe hat sogar geschmeckt - nach Zwiebel, würde jetzt der Spötter sagen. Über die "Mousse" fällt der Schleier des Schweigens.

Es hat Spaß gemacht. Einhellige Meinung: Machen wir mal wieder!