Das Puppenspiel des Dr. Faustus

Wer kennt ihn nicht den Doktor Faustus? Seit Jahrhunderten setzen sich die Menschen mit den Möglichkeiten eines Bündnisses mit dem Teufel zur Gewährleistung eines sorgenfreien Lebens auseinander. Dass da am Schluss ein "dickes Ende" folgt, kümmert zunächst eigentlich niemand. Und so gibt es geistreiche und auch weniger geistreiche Varianten dieses Stoffes und Schüler aller Generationen haben besonders in der literarischen Fassung von J.W. Goethe mit diesem Thema Bekanntschaft gemacht.


Aber wer ist der Teufel eigentlich und hat er in unserer aufgeklärten Welt überhaupt noch eine Daseinsberechtigung - die Antworten darauf gehen weit auseinander. Aber es gibt ihn noch - nur irgendwie angepasster, veränderter oder in neuer Gestalt. Sich damit zu befassen, trat die Klasse 6a zusammen mit den entsprechenden Lehrern an und fand eine sehr eigenwillige oder moderne Fassung in einer sehr alten aber nicht minder interessanten Wiedergabeform - dem Schattenspiel.

Ideen sind da, die Umsetzung anstrengend: mit der Geschichte befassen, Text schreiben, Hintergrundbilder malen, Figuren entwerfen und ausschneiden, Musik auswählen, Rollen verteilen, Text lernen, spielen und Kulissen bauen. Da ist mancher fast zu Boden gegangen, hat vielleicht auch den Teufel verflucht, aber auch Spaß gehabt und seine ganz persönlichen Fähigkeiten kennen gelernt eingesetzt.

Und heute, am 31.01.2007, war es dann soweit - die Aufführung. Der Raum verdunkelt, die Musik eingespielt. Im Publikum erwartungsvolle Eltern, Geschwister, Lehrer, Vertreter der Schulleitung und die Schüler der Klassen 5a und 5 b. Schnell noch die Aufregung verdrängt. Ruhe. Das Spiel begann, Szene reihte sich an Szene, die Figuren bewegten sich vor den gemalten Bildern, ab und zu ein Spieler vor der Bühne, um Bemerkungen einzuwerfen. Finale - plötzlich ein Springen der Musik-CD - meldete sich da der Teufel selbst? Es störte nicht mehr, der Beifall groß, Zuschauer begeistert, Künstler erschöpft.

Wenn der Leser jetzt noch etwas vermisst, soll er nicht mehr warten müssen. Hier eine kurze Zusammenfassung der Geschichte: Mephi - der Kosename für den Teufel - ist eine Frau und bekennt sich auch dazu. Er sucht neue Opfer. In der Vergangenheit war dies leicht (man erinnere sich an den wissensdurstigen Dr. Faust, der an die Erkenntnisgrenzen stieß und sie mit Hilfe des Teufels öffnen wollte), in der heutigen ist es schwieriger, weil die Menschen sich nicht mehr so leicht einfangen lassen. Er verändert ständig sein Aussehen, seine Haltung, nur um leichtgläubige Menschen doch noch verführen zu können. Wo man ihn findet. Man möge mit offenen Augen durch die Welt gehen.