Studienfahrt nach Auschwitz

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Nach der Rückkehr in die Unterkunft, einer notwendigen Pause zur ersten Verarbeitung des Gesehenen, brachte der frühe Abend die Begegnung mit dem ehemaligen Auschwitzhäftling Tadeusz Sobolewicz.

Trotz seines inzwischen hohen Alters gelang es diesem Überlebenden, den anwesenden Schülern und Begleitpersonen in zwei Stunden die Grausamkeit des Alltags im Konzentrationslager, den Wahnsinn der Vernichtungsidee der Nazis und gleichzeitig auch den Widerstandswillen und die ungezählten kleinen und großen Taten der Solidarität von vielen tausenden Häftlingen nacherlebbar zu machen.

Nachfragen von Schülern ergaben, dass Auschwitz und das gesamte Terrorsystem des Nationalsozialismus in seiner perversen Absicht, Menschen zu Sklaven und Tieren zu degradieren, die Zivilisation durch Barbarei zu ersetzen, heute einerseits nie vollständig begreifbar sein wird, andererseits aktive Aufklärungsarbeit immer wieder dringend notwendig ist, weil Kultur, Zivilisation und Toleranz eben keine Selbstverständlichkeiten sind. Herr Sobolewicz hat seine Erinnerungen in einem Buch veröffentlicht, einige Schüler nutzten die Gelegenheit, es zu erwerben.

Nach mehr als zwei Stunden blieb nun Gelegenheit, Eindrücke des Tages im Exkursions-Tagebuch zu notieren und in größeren und kleineren Gesprächsrunden das Erlebte zu verarbeiten. Am Abend verfolgte ein Großteil der Teilnehmer das EM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Österreich und bejubelte den mühevollen Sieg der Männer um Kapitän Ballack.