Projekttag der Klasse 6a

Erst beargwöhnten die Sechstklässler den in Stückchen zerteilten Granatapfel. Nach der Pause war die unbekannte Frucht verputzt. An diesem praktischen Beispiel machte gestern ein Staatswissenschaftstudent aus Erfurt den Umgang mit Fremdem, Unbekanntem deutlich. "Im Projekttag 'Aus Fremd wird Bekannt' lernen die Schüler, was sind Vorurteile, wie entstehen sie, wie gehen wir fair miteinander um", erklärt Dana Klüger, die über Streetwork Gera in der schulbezogenen Sozialarbeit an der 12. Regelschule tätig ist, das Anliegen.

Der 22-jährige Student und eine Erzieherin vom Netzwerk für Demokratie und Courage mochten ihre Namen nicht nennen: "Neonazis haben Anschläge auf Büros von uns verübt", gibt die junge Frau als Grund an. Gerade das Thema "Egal geht nicht", wo es um menschenverachtende Einstellungen der Neonazis gehe, sei für die rechte Szene ein Angriffspunkt.

Der Student meinte im Hinblick auf die aufgeweckte Schülerschar: "Politische Bildung kann nicht früh genug beginnen, sie ist das Schmiermittel einer funktionierenden Gesellschaft. Wie am Granatapfel erkennen die Schüler, dass man sich von ersten Eindrücken nicht täuschen lassen soll." Behutsam entstehe so Sensibilität für Fremdes.

Quelle:   Ostthüringer Zeitung