Wieviel Lizenz braucht Schule?

Die deutschen Schulbuchverlage haben Angst um ihre urheberrechtlich geschützten Werke und wollen die Kopien der Lehrer stärker kontrollieren. Geplant ist der Einsatz eines Überwachungsprogrammes frühestens ab 2012. Dieses Programm soll ganz offiziell die Server deutscher Schulen nach illegalen Digitalkopien durchsuchen. Privat- und Arbeitsrechner bleiben außen vor.

Das Programm soll bei einem Prozent der deutschen Schulen eingesetzt werden. Das Überwachungsprogramm gleicht die lokalen Server-Dateien mit einer externen Datenbank ab. Bei Verdacht einer Kopie übermittelt das Programm die Information zu den Kultusministerien der Länder.

Die Schulbuchverlage haben mit den Kultusministern diesen Vertrag im Dezember 2010 unterzeichnet.

Eltern wird im digitalen Zeitalter individualisierter Unterricht und optimale Förderung der Schüler versprochen. Dazu gehören aber auch individualisierte Lehrmaterialien. Diese alle selbst zu entwickeln – dafür reicht ein Lehrerleben wohl kaum aus.

Für Lehrer erhöht sich der Verwaltungsaufwand, weil man auch noch Buch darüber führen muss, wieviele Seiten aus welchem Lehrwerk für welche Klasse kopiert worden sind. Das ist Zeit, die dem Unterricht nicht zur Verfügung steht.

Es könnte aber auch Folgen für die Geldbörse der Eltern haben, denn dann müssten statt bestimmter Kopien ganze Arbeitshefte gekauft werden. Die kosten in der Regel um die 9 Euro und würden aber kaum im Unterricht zu 100 Prozent benutzt werden.

Mehr Informationen unter:   Schulbuchkopie   |   Gesamtvertrag nach § 53 UrhG