Wir und "Till Eulenspiegel"

Im Mittelalter lebte einst ein frecher Geselle Namens Till. Wer kennt nicht die lustigen Streiche dieses Jungen? Im 20. Jahrhundert lebte ein großer Komponist namens Richard Strauss in München, der diese Streiche fantastisch vertont hat. Vor seinen Streichen ist niemand sicher: Till Eulenspiegel bringt alles durcheinander.

Er reitet auf dem Pferd über den Marktplatz, wirft alle Stände um. Er verkleidet sich als Pastor und hält eine verrückte Predigt. Er geht in die Universität und treibt die zerstreuten Professoren mit seinen Fragen in den Wahnsinn. Nur einmal meint er es ernst: Till verliebt sich! Ob er Erfolg in der Liebe hat? Ob seine Streiche ungestraft bleiben? Davon erzählt das turbulente Orchesterstück des Komponisten Richard Strauss. Alle Instrumente schildern die Kapriolen des Till Eulenspiegel, allen voran das Horn und die Klarinette.

Es folgt der letzte Streich: Till wird vor das Tribunal gebracht. Die leere Quinte der Hörner, Posaunen und der tiefen Holzbläser stellt die Schuldfrage. Der Held pfeift weiter unbekümmert sein Thema. Die in den Posaunen abstürzende Septime verkündet das Todesurteil über Till Eulenspiegel. Schon baumelt der Held am Baume. Nach einer Generalpause ertönt noch einmal das einleitende "Es war einmal" bevor mit triumphalen Schwung das zweite Eulenspiegelmotiv aufblitzt – als soll gesagt werden: "Eulenspiegel ist tot, es lebe Till Eulenspiegel".

Für die Schüler der Klasse 6b und die begleitenden Lehrer war dies ein besonderes Konzerterlebnis.