Der Zeitzeuge Thomas Geve

Der 84-jährige Bauingenieur Thomas Geve aus Haifa in Israel überlebte als Kind drei Konzentrationslager. Er war zu Gast in Gera und wir, die Schüler der Klassen 9c, 9d und 10c, durften ihn erleben.

Thomas Geve Thomas Geve ist einer der wenigen Juden, die die grausamen Konzentrationslager der Nazis überlebten. Er berichtete über sein Leben im KZ-Lager in Bezug auf den Alltag - von Appell, Essensausgabe, Krankheiten und die ganzen Umstände, die zur Zeit des 2. Weltkrieges (Holocaust) vorlagen, die sehr hart waren. Er war in Auschwitz, Groß-Rosen und auch in Buchenwald.

Beispielsweise berichtete er, dass die KZ-Häftlinge nur zu einer bestimmten Zeit auf Toilette durften. Der Wasserhahn wurde auch nur 2 Mal am Tag aufgedreht. Besteck gab es nicht, Nahrung war selten und knapp, manchmal hatten sie nur Schnee als Nahrung. Schon als Kind wurde er im Lager am Arm mit einer Nummer tätowiert, die er bis heute noch hat.

Mit 16 Jahren kam er in das KZ-Lager Buchenwald, in dem er versuchte, seinen Alltag auf das Papier zu bringen und das Lagerleben zeichnete. Er selbst sah es nicht als Zeichnung an, sondern eher als Tagebuch, das er für seinen Vater anlegte. Die Zeichnungen waren detailliert beschriftet und mit einer hohen Genauigkeit gezeichnet, so dass sich jeder, der nicht wissen konnte, wie man in Konzentrationslagern lebte, eine bessere Vorstellung darüber machen konnte. In der Ausstellung konnten wir diese Zeichnungen sehen, was uns sehr bewegte.

Außerdem wurde uns noch ein 30-minütiger Film gezeigt, welcher seine Kindheit und Jugend an historischen Orten durch ein Interview mit einem Schüler verdeutlichte. Anschließend durften wir unsere Fragen stellen, die er uns sehr offen alle beantwortete.

So erfuhren wir zum Beispiel auch, dass er später mit anderen Jugendlichen in ein Kinderheim in der Schweiz kam. Dort erkannte seine Betreuerin den Wert seiner Bilder und half ihm, diese zu erhalten. 1997 wurden seine Zeichnungen als Buch veröffentlicht.

Die gesamte Veranstaltung hat jeden bewegt, es war lehrreich, jedoch auch sehr traurig. Mit auf den Weg gab er uns: "Man muss sich der Wahrheit der Vergangenheit stellen, daraus lernen und aktiv sein." Dies wollen wir gerne beherzigen.

Autoren:   Jessica und Carolin (Klasse 10c)