Gedanken einer Klassenlehrerin zum Praktikum im BDI

Erster Praxistest für meine Schüler. "Schnupperkurs" in Sachen Berufswahl. Wie werden sie sich anstellen außerhalb der Schultüren? Werden sie den Anforderungen gerecht, wird es ihnen gefallen? Derartige Gedanken schwirrten mir durch den Kopf, als ich am Morgen des 27.03.2006 in der Geraer Schülerstraße den Hof des B.D.I. betrat. Von Frau Bogsch wurden wir freundlich begrüßt. Nach einer Belehrung erfolgte ein kurzer Rundgang über das Gelände des Bildungszentrums und schon ging es richtig los.

In den einzelnen Werkstätten ließen wir einige Schüler zurück. Marie-Luise, Sandra, Maria, Kamran, Philipp und Tobias blieben gleich „auf dem Bau“ und machten erste Erfahrungen mit Sand, Wasser und Co. Am Ende des ersten Tages war eine Mauer entstanden, Nicht ganz gerade, doch alle sechs waren stolz auf ihr Werk, auch wenn nach sechs Stunden ungewohnter Arbeit der Rücken schmerzte.

In der Übungsfirma stürzten sich Tanja, Alexander, Gizem, Thomas und Stefanie an die Computer, um mit den Zahlen und Fakten zu kämpfen. Wie in einer richtigen Firma buchten sie Warenein- und ausgänge, Lohn und Gehalt und was sonst noch dazu gehört. In der Elektrowerkstatt versuchten sich Vjollca, Suzana, Anna, Jana, Sebastian und Marcus mit dem Löten. Ziemlich knifflige Angelegenheit. Geduld war gefragt.

Sechs "tapfere Schneiderlein" übten den Umgang mit Faden und Stoff. Arthur, Tina, Janine, Anne-Marie, Jessica und Jane erprobten, oft zum ersten Mal, ihr Geschick beim Bügeln und Zuschneiden kleinerer Stoffteile. Am Ende des Tages waren lustige Eierwärmer entstanden.

Am zweiten Tag wurden die Aufgaben neu verteilt und Küche und Service im BDI – Restaurant, die Holzwerkstatt und der Garten- und Landschaftsbau kamen dazu. Jeder probierte in der ersten Woche fünf verschiedene Bereiche aus und dufte sich dann in der zweiten Woche für eine „Werkstatt“ entscheiden. Während dieser Zeit schaute ich ihnen oft über die Schulter.

Nach den zwei Wochen stand für mich fest: Toll haben sie das gemacht. Kompliment an meine Leutchen! Sie haben sich alle gut angestellt. Sicher gab es hier und da ein paar Probleme, aber alle haben durchgehalten und etwas dazu gelernt. Nun haben sie einen kleinen Einblick in die Welt der Erwachsenen erhalten. Aber sie freuen sich auch schon auf das richtige Praktikum im nächsten Jahr. Vielleicht stehen Thomas, Kamran und Philipp dann wieder in der Küche und Jana, Suzana und Anne- Marie servieren die leckeren Speisen der jungen Köche den Gästen im Restaurant.

Zusammenfassend kann ich feststellen: Die Zeit des Praktikums hat den Schülern das "Leben nach der Schule" etwas näher gebracht und sie sind ein Stück erwachsener geworden.

Autor:   S. Credo