„Schule trifft Landschaftsgärtner“

 Als Schüler der 9. Klasse der Staatlichen Regelschule 12 in Gera stehen wir nunmehr vor der Aufgabe, eine Projektarbeit zur Präsentation in der 10. Klasse vorzubereiten. Mit Unterstützung unserer Biologielehrerin, Frau Stumpf, wählte unsere Projektgruppe, die aus 4 Schülern besteht, das Thema „Kräuterspirale“. Im praktischen Teil wollen wir eine Kräuterspirale auf dem Schulgelände anlegen, die für verschiedene Unterrichtsfächer genutzt werden kann und unseren Pausenhof verschönert.
Das nötige Fachwissen fehlt uns allerdings und so begaben wir uns auf die Suche nach Unterstützung. Wir wollten herausfinden, wie ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb arbeitet und fanden Hilfe beim Landschaftsbau Grimm GmbH in Gera.
Dieses Unternehmen ist auch Ausbildungsbetrieb und so konnten wir uns beim Auszubildenden Mike Köhler informieren, was alles zu einer Ausbildung zum Landschaftsgärtner gehört. Zunächst stellte er uns das Unternehmen vor, in dem mittlerweile 35 Mitarbeiter tätig sind. Das Unternehmen existiert seit 1991 und viele der Mitarbeiter aus dem Personalstamm waren vorher selbst Auszubildende im Unternehmen. Derzeit hat der Landschaftsbau Grimm GmbH zwei Auszubildende zum Landschaftsgärtner und einen Auszubildenden in der Gärtner-Baumschule. Der Branche fehle es an Nachwuchs, erklärte Mike Köhler uns. Wir waren überrascht, wie vielfältig seine Aufgaben sind. Grünflächenpflege, Erneuerung und Erhalt von Baumbeständen, Autobahnbegrünung und Pflege von innerstädtischen Grünflächen sind ein Teil seiner Arbeit.
M. Köhler ist 32 Jahre alt und im dritten Lehrjahr. In diesem Jahr muss er die Prüfungen absolvieren.
Seine Ausbildung besteht aus dem theoretischen Teil in der Staatlichen berufsbildenden Schule SBBS Gewerbliche Berufe in Gera und dem praktischen Teil im Ausbildungsbetrieb Grimm GmbH. Auf unsere Rückfragen erklärte uns Herr Köhler, dass die Mindestvoraussetzung bei einer Bewerbung der Qualifizierte Hauptschulabschluss ist. Man sollte großes Interesse für Natur und Technik mit in die Ausbildung einbringen, gute Noten braucht man vor allem in Biologie und Mathematik. Wir haben herausgefunden, dass es sieben Fachrichtungen in dieser Ausbildung gibt: Baumschule (Arbeiten in der Gehölzproduktion), Friedhof, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau, Staudengärtnerei, Zierpflanzen. Im ersten Lehrjahr wird ein sehr großes Spektrum an Grundwissen vermittelt. Anschließend baut dann darauf die Fachausbildung, die für den Beruf spezifisch ist, auf.
Herr Köhler hat sich für den Garten- und Landschaftsbau entschieden und hat in diesem Berufszweig seine Erfüllung gefunden. Er erklärte uns, wie abwechslungsreich seine Arbeit ist. Das Unternehmen Landschaftsbau Grimm GmbH ist in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt tätig und so lernt der Auszubildende viele verschiedene Arbeitsgebiete und Menschen kennen. Herr Köhler schätzt besonders die Arbeit an der frischen Luft und die Abwechslung, die ihm dieser Beruf bietet. Er kann kreativ mitarbeiten und hat keinerlei Monotonie in seiner Tätigkeit, die ihm täglich neue Aufgaben bietet. Die große Vielfalt seiner Tätigkeit und die Arbeit im Team sind für seine Zufriedenheit im gewählten Beruf genauso wichtig wie die Tatsache, dass er täglich die Ergebnisse seiner Arbeit sieht und mitverfolgen kann.
Bei einem Besuch im Unternehmen Gartenbau Grimm GmbH stellten wir im Rahmen einer Betriebsbegehung fest, dass sehr viel Technik vorhanden ist. Pritschenwagen, Container, Dreiseitenkipper, Wassertanks, Traktoren, Radlader, Bagger und noch vieles mehr fanden wir auf dem Firmengelände vor. Wir wollten natürlich wissen, ob Herr Köhler schon mit diesen Maschinen arbeiten darf. Er erklärte uns, dass es verschiedene Lehrgänge gibt, um die Bedienung der Technik zu erlernen. Ein Garten- und Landschaftsgärtner arbeitet mit zarten Pflanzen ebenso wie mit schwerer Technik und verschiedensten Natursteinen.
Wir haben einen interessanten Ausbildungsberuf kennengelernt und es war schön zu sehen, wie viel Freude Herrn Köhler seine Ausbildung macht. Er hatte seinen derzeitigen Ausbildungsbetrieb im Rahmen eines Praktikums und während eines berufsvorbereitenden Jahres kennengelernt und fühlt sich dort gut betreut und aufgehoben. Schade, dass sich immer weniger Jugendliche für diesen Beruf interessieren und die Zahl der Bewerbungen stetig zurückgeht. Dabei kann man in diesem Beruf durchaus Karriere machen: Durch Aufstiegsfortbildung kann man die Gartenbauschule besuchen, wird Meister, Techniker oder Fachagrarwirt und kann dann sogar noch studieren.
Erfahren mussten wir auch, dass die theoretische Ausbildung nach Erfurt verlegt wird, da es zu wenige Schüler für diesen Ausbildungsberuf gibt und die Gewerbliche berufsbildende Schule keine Klasse mehr bilden kann. Wir hoffen, dass dies nicht dazu führt, dass sich noch weniger Jugendliche für diesen Ausbildungsberuf interessieren. Der Beruf des Garten- und Landschaftsgärtners hat Zukunftsperspektive und bietet bei erfolgreich absolvierter Ausbildung sichere Arbeitsplätze. Landschaftsgärtner erschaffen grüne Oasen und sind ein wichtiger Partner im Umwelt- und Naturschutz.
Abschließend können wir sagen, dass wir an diesem im Unternehmen verbrachten Nachmittag viel gelernt haben über den Ausbildungsberuf des Garten- und Landschaftsgärtners und gleichzeitig fanden wir einen Partner im Unternehmen Landschaftsbau Grimm GmbH, der uns mit Rat und Tat bei unserer Projektarbeit im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen möchte. Schon jetzt freuen wir uns auf den Beginn unserer Projektarbeit und die Gestaltung unseres Schulhofes.