Computer

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1938: Bau des Z1

Konrad Zuse (1910 bis 1995) baut in Berlin den Z1, einen vollmechanischen, programmierbaren Ziffernrechner. Er wird als Versuchsmodell erstellt, ist allerdings wegen der fehlenden Genauigkeit seiner mechanischen Bauteile nicht funktionsfähig. Der Z1 arbeitet ohne Relais, angetrieben wird er mit Handkurbeln oder Elektromotoren.

Die Eingabe erfolgt über eine Schalttafel. Der Z1 enthält bereits alle Bausteine eines modernen Computers und arbeitet mit der Zahlendarstellung im Dualsystem. Im Original sind das Speicher- und Rechenwerk aus Blechen ausgesägt. Die Programme werden auf Filmstreifen gelocht. Für eine Multiplikation benötigt die Maschine ca. 5 Sekunden.

1939 bis 1945: Entwicklung einer Dechiffriermaschine

Alan Turing (1912 bis 1954) entwickelt Verfahren zur Dechiffrierung, d.h. zur Entschlüsselung von geheimen Botschaften. Mit diesen Verfahren werden während des Zweiten Weltkriegs deutsche Funksprüche, die mit der Verschlüsselungsmaschine "Enigma" codiert sind, entschlüsselt. Die Einblicke Turings halfen später bei der Entwicklung des ersten digitalen Röhren-Computers "Colossus".

1941: Bau des Z3

Zuse Z3 Konrad Zuse baut den ersten voll funktionsfähigen programmierbaren Rechner der Welt, den Z3. Der Rechner enthält 600 Relais im Rechenwerk und 1600 Relais im Speicherwerk. Für eine Multiplikation oder Division über 7 Dezimalstellen benötigt der Rechner ca. 4-5 Sekunden, für eine Addition ca. 0,7 Sekunden. Der Speicher hat eine Kapazität von 64 Worten mit einer Länge von jeweils 22 Bit.

Die Eingabe erfolgt über eine Tastatur, die Ausgabe erfolgt über Lampenfelder. Der Z3 arbeitet mit dem dualen Zahlensystem. Die Anlage wird 1941 von der Versuchsanstalt für Luftfahrt in Betrieb genommen. Aerodynamische Berechnungen für Militärflugzeuge sollen schneller ausgeführt werden können.

1943: Baubeginn des ENIAC

ENIAC J. Presper Eckhert (1919 bis 1995) und John W. Mauchly (1907 bis 1980) bauen den ersten elektronischen Rechenautomaten ENIAC (Electronic Numerical Integrator and Computer 1). Der ENIAC besteht aus 18.000 Elektronenröhren, 70.000 Widerständen, 10.000 Kondensatoren, 6.000 Schaltern und 1.500 Relais. Der ENIAC benötigt einen Platz von 10m x 15m und wiegt ca. 3 Tonnen. Für die Multiplikation zweistelliger Zahlen benötigt er nur noch 2,8 Millisekunden.

Der ENIAC arbeitet noch mit dem dezimalen Zahlensystem. Im Gegensatz zum frei programmierbaren Rechner Z3 von Zuse müssen die Programme auf dem ENIAC allerdings noch mit Kabeln gestöpselt werden. Auf diesem Rechner werden 1945 unter anderem entscheidende Berechnungen zur Weiterentwicklung der Atombombe durchgeführt. Der Eniac war bis 1955 auf dem noch heute bestehenden Testgelände der US Army in Betrieb.

1948: Entwicklung des Transistors

Transistor In den Bell Telephone Laboratories in den USA wird der Transistor erfunden. Er erfüllt ähnliche Funktionen wie eine Elektronenröhre und ein Relais, ist aber wesentlich kleiner, schneller und robuster. In der Computertechnik verdrängt er die Röhre und das Relais sehr schnell. Ab 1955 wird das Bauteil industriell gefertigt. Durch die Entwicklung der Transistortechnik werden die Computer schneller, billiger und kleiner.