Fernsehen

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1928: Die technische Entwicklung in den goldenen Zwanzigern

Der wichtigste Schritt zur modernen Fernsehtechnik ist die Entwicklung elektronischer Bildabtaster. Der amerikanische Physiker Wladimir Kosma Zworykin entwickelt bereits im Jahr 1923 eines dieser ersten erfolgreichen Fernsehaufnahmegeräte, welche nach ihm "Ikonoskop-Röhre" genannt wurde.

Die nächste Stufe in der Entwicklung des neuen Mediums Fernsehen ist die Arbeit von Denes von Milhany, einem ungarischen Ingenieur. Er beweist bereits 1919 mit Hilfe eines oszillographischen Bildzerlegers, dass einfache Bilder über mehrere Kilometer übertragen werden können. Im Jahr 1928 präsentiert er auf der "5. Berliner Funkausstellung" das "Telehor". Es handelt sich dabei um das erste Empfangsgerät für private Haushalte, dessen Bildgröße noch lediglich vier mal vier Zentimeter beträgt.

Zwei Jahre später bestaunt die Fachwelt die nächste einschneidende Erfindung der Fernsehtechnik: Manfred von Ardenne baut auf die Technik des Ikonoskops auf. Er widmete sich im Gegensatz zu Zworykin nicht der Aufnahme-, sondern der Empfangsseite zu. In Deutschland präsentierte Manfred von Ardenne sein System erstmals öffentlich auf der 8. Großen Deutschen Funkausstellung Berlin 1931. Das war die Weltpremiere des elektronischen Fernsehens.

1929: Erste Fersehsendungen und der erste Fernsehfilm

1929 begann die BBC (British Broadcasting Corporation) in Großbritannien mit ihren regelmäßigen Übertragungen. Im gleichen Jahr wurden erste Versuchssendungen der Post ausgestrahlt. Es waren noch keine Direktübertragungen möglich, da die Helligkeit natürlicher Objekte zu gering war. Gesendet wurden kurze Filme, die in erster Linie zur Erprobung der Empfangsmöglichkeiten dienten.

Die Deutsche Reichspost war für die Sendungen verantwortlich. Die Reichsrundfunkgesellschaft, gegründet 1925, war die Dachorganisation des deutschen Rundfunkes. Der erste deutsche Fernsehfilm im Auftrag der Reichspost wurde 1930 ausgestrahlt und hieß "Morgenstund hat Gold im Mund". Allerdings musste noch auf den Ton und Farbe verzichtet werden. Fernsehfilme mit Ton gab es erst nach einigen Versuchssendungen 1934.

1935: Fernsehstuben zur Zeit des Nationalsozialismus

Nach der politischen Machtübernahme der NSDAP am 30.01.1933 wird der Rundfunk als publizistische Institution dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) unterstellt. Die Nationalsozialisten, die frühzeitig das Potential des neuen Mediums erkennen und seine Erprobung entschieden fördern, richten in Berlin öffentliche Fernsehstuben ein.

Die erste Fernsehstelle, die schon zwei Wochen nach Aufnahme des Sendebetriebes am 9. April 1935 im Berliner Reichspostmuseum Ecke Leipziger/Mauerstraße eröffnet wurde, hatte nur 30 Plätze. Fernsehen konnte man auf 2 Geräten, deren Bildschirmgröße gerade mal 18 mal 22 Zentimeter betrug. So war es Berlin, dass im Jahr 1935 mit dem Beginn des ersten regelmäßigen Fernsehprogrammdienstes der Welt begann.

Später wurden neben Fernsehstuben auch eine Fernsehgroßbildstelle eingerichtet - so in Berlin im Herbst 1935. In ihr hatten 297 Personen Platz. Von vielen Besuchern wurden die Fernsehstuben auch als "billige Wärmequelle" angesehen. Als Staatsfernsehen mit politischer Zensur diente das Programm dem NS-Regime als Symbol für ihre eingebildete Fortschrittlichkeit, Macht und Modernität.