Fernsehen

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1952: Offizieller Beginn des Fernsehens in der BRD

Der 25. Dezember 1952 gilt als offizieller Beginn des Fernsehens in der Bundesrepublik Deutschland. Die Geburtsstunde schlägt am ersten Weihnachtstag um 20 Uhr. Zur Premiere sendet der NWDR die erste Ausgabe der Nachrichtensendung "Tagesschau". Ab diesem Zeitpunkt nimmt der NWDR seinen regelmäßigen Fernsehbetrieb auf und strahlt von nun an täglich ab 20 Uhr ein etwa zweistündiges Abend- und ein einstündiges Nachmittagsprogramm aus.

Zeitgleich zu diesem Ereignis wird in Europa auf Beschluss des "Comite Consultatif International de Radiodiffusion" (CCIR) die Normzahl der Bilddarstellung auf 625 Zeilen festgesetzt. Seit der Nipkow-Scheibe besteht die Fernsehtechnik darin, dass die Helligkeitswerte von Lichtbildern Zeile für Zeile in elektronische Signale umgewandelt und zu einem Empfänger weitergeleitet werden, der sie wieder zu einem Bild zusammensetzt.

Für die Darstellung von bewegten Bildern ist, wie beim Film, die Übertragung von mindestens 24 Bildern pro Sekunde notwendig, damit das Auge den Eindruck einer kontinuierlichen Bewegung erhält. Zur Darstellung eines Fernsehbildes auf nun 625 Zeilen werden circa 13 Millionen Bildpunkte pro Sekunde benötigt.

1954: Gemeinschaftsprogramm "Deutsches Fernsehen"

Deutsches Fernsehen Die Anstalten der ARD schließen sich am 1. November 1954 über die Richtfunkstrecke der Bundespost zum Gemeinschaftsprogramm "Deutsches Fernsehen" zusammen. Während in den USA bereits 65 % der Haushalte mit einem Fernsehgerät ausgestattet sind, ist das deutsche Fernsehprogramm erst jetzt bundesweit zu empfangen. Doch ab nun ist der Karriere des Fernsehens keine Grenze mehr gesetzt.

Die Live-Übertragung der Krönungszeremonie von Elisabeth II. im Jahr 1953 und nicht zuletzt die Fußballweltmeisterschaft 1954 sorgen für den ersten TV-Boom in Deutschland. Fernsehen gilt nun als das "Fenster zur Welt". Die Zahl der Fernsehzuschauer nimmt im Juli 1954 um 22 % zu - die höchste Steigerungsrate in der Geschichte des Nachkriegsfernsehens.

1956: DDR-Fernsehen

Schon im Dezember 1952, anlässlich Stalins 73. Geburtstag, beginnt der DDR-Rundfunk mit regelmäßigen Probesendungen. Am 03.01.1956 startet das reguläre Fernsehprogramm für die DDR aus Berlin-Adlershof. Die "Aktuelle Kamera" wird zum Erfolgsprogramm des DDR-Rundfunks. Das DDR-Fernsehen ist in seinem mehr als 40-jährigen Bestehen durchgehend den Prinzipien der marxistisch-leninistischen Medientheorie unterworfen.

Im Gegensatz zum Mediensystem der BRD unterstehen die Massenmedien der DDR direkt oder indirekt der Anleitung und Kontrolle durch den Staats- und Parteiapparat. Eine demokratische Meinungs- und Pressefreiheit, wie sie im Westen des geteilten Deutschlands gilt, ist in der DDR nicht vorgesehen. Sehr beliebt war auch das DDR-Kinderfernsehen. Erinnert sei hier zum Beispiel nur an "Unser Sandmännchen". Es ist heute noch auf Sendung.