Fernsehen

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1970: Erste Unterhaltungssendungen

Während im Fernsehen der BRD noch live aufgeführte Fernsehspiele nach anspruchsvollen Theaterstücken und seriöse Nachrichtenmagazine die Höhepunkte des Programms markieren, setzen die Amerikaner längst auf Unterhaltungs- und Spieleshows, Soap-Operas und Krimiserien, Sport- und Quizsendungen.

Erst in den 70er Jahren übernimmt die Unterhaltung auch in Deutschland zunehmend die Hauptfunktion des Fernsehens. Das Medium TV avanciert damit zum größten Unterhaltungsmedium Deutschlands.

Es etablieren sich einige Serienklassiker. Dieter Thomas Heck moderiert die beliebte "Hitparade" (1970). Das Kindermagazin "Die Sendung mit der Maus" (1971) startet und wird zum Kultprogramm der jüngsten Zuschauer. Die Familienserie "Ein Herz und eine Seele" (1973) ist heftig umstritten. "Reifezeugnis" wird zur Legende der Krimireihe "Tatort" (1977). Hohe Einschaltquoten erreicht die neue Krimiserie "Derrick" (1974), deren Beliebtheit bis zur heutigen Zeit erhalten ist.

1978: Videorekorder und Videotext

Die Fernbedienung beginnt mit diesem Jahr mit ihrer serienmäßigen Einführung. Die Zeit der Videorecorder und Videotheken in Deutschland beginnt. Von zahlreichen Systemen wird vor allem das von JVC-Matsushita entwickelte VHS (Video Home System) durch eine kluge Lizenzpolitik so erfolgreich, dass es in den 80er Jahren alle anderen Kassettensysteme (einschließlich "Betamax") vom Markt drängt.

Mit den Videogeräten sind die Zuschauer in der Lage, sich von der zeitlichen Planung der Programmanbieter unabhängig zu machen. Es steigt auch auch die Nutzung "jugendgefährdender" Filme durch Minderjährige. Sie löst Diskussionen aus. Vor allem Pornographie und Horror dominieren die anfängliche Auswahl der Videogerätebesitzer.

Im Rundfunkstaatsvertrag werden daher für Film und Fernsehen Regelungen zur Jugendfreigabe getroffen. Nicht unter 16 Jahren freigegebene Filme dürfen nur zwischen 22 Uhr und 6 Uhr gesendet werden - zwischen 23 Uhr und 6 Uhr solche, die nicht unter 18 Jahren freigegeben sind. Indizierte Filme der Bundesprüfstelle "BPS" erhalten striktes Sendeverbot.

Im Zusammenhang mit Reality-TV-Sendungen entsteht in den 90er Jahren die "Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V." (FSF), die erneute Diskussionen um Jugendschutz in Film und Fernsehen hervorruft. Zwei Jahre später übertragen die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF den ersten "Videotext", der zunächst von den Zeitungsverlegern als eine "Darbietungsform der Presse" angesehen und mit dem Titel "Bildschirmzeitung" deklariert wird.