Thomas Geve überlebte drei Konzentrationslager

Die Veranstaltung fand am 5.11.2013 im Wirtschaftsgymnasium in Gera statt und ging ca. zwei Stunden. In denen wir erstmal begrüßt und in den Vortrag und die Zeit eingeleitet wurden. Danach begann Thomas Geve etwas über sich und seine Eindrücke in dieser Zeit zu erzählen. Als er damit fertig war, wurde uns ein Film gezeigt, in dem er einem 13 jährigen Jungen seine Geschichte erzählte. Anschließend konnten wir ihm noch Fragen stellen und die Ausstellung seiner Bilder, die er wie ein Tagebuch kurz nach seiner Befreiung gezeichnet hatte, ansehen.

Mich hat am meisten fasziniert, dass er sehr sachlich über die ganze Sache gesprochen hat und kaum Trauer in seiner Stimme zu hören war, dass er in all der Zeit nie die Hoffnung aufgab und nicht wirklich an den Tod dachte.

Auch ist es bewundernswert, dass er in seinem hohen Alter noch mehrere Male im Jahr nach Deutschland und andere europäische Länder reist, um Schülern und anderen Menschen seine Geschichte und den Alltag im KZ näher zubringen und das in einer sehr verständlichen und aufschlussreichen Weise.

Er hat uns zu verstehen gegeben, besser als es jedes Lehrbuch nur könnte, was die Menschen damals alles ertragen mussten.

Einige Sachen waren z.B.: dass sie sogar Schnee essen mussten, um nicht zu verhungern, bei Temperaturen bis unter -20°C in dünnen Anzügen arbeiteten und stramm beim Appell stehen mussten. Sie verrichteten Schwerstarbeit, unter menschenunwürdigen Bedingungen und hatten kaum, bis gar keine ärztliche Versorgung. Sie mussten also alleine zurechtkommen und wer nicht mehr zu gebrauchen war, wurde gleich in die Vernichtung geschickt.

In all der Zeit hatte keiner eine Bezugsperson - jeder war auf sich alleine gestellt, nur wenige halfen ab und zu. Thomas Geve war damals erst zwischen 13 und 15 Jahren alt, aber dennoch sehr groß. Das war sein Vorteil, denn Kinder unter 15 Jahren kamen normalerweise sofort in die Vergasung, doch man hielt ihn für einen Erwachsenen und stufte ihn als arbeitsfähig ein.

Besonders nach dieser schlimmen Zeit, diesen furchtbaren Erlebnissen ist es toll, dass er es geschafft hat, sich ein normales Leben aufzubauen und das alles ohne Trauma zu überstehen. Er ist nun verheiratet, hat Kinder und sogar 18 Enkelkinder. Israel wurde ihm zur Heimat, dort wo er jetzt auch lebt. Er wurde Ingenieur, weil ihn dieser Beruf schon seit der Kindheit faszinierte.

Autor:  Vanessa W. (9d)